Die Westwall Story

Im Sommer 2004 fanden einige Teile des Westwalls den Weg in ein Museum in den Vereinigten Staaten.

Die Teile wurden aus der Scheider Region entnommen und dann verschifft.

Im Folgenden finden Sie die ganze Geschichte in Form der Presseartikel, die über dieses Geschehen berichteten:

Der Trierische Volksfreund schrieb in der Ausgabe vom 27.01.2004, Drachenzähne für Dallas:

"Drachenzähne für Dallas US-Amerikaner kauft Westwall-Stück in der Eifel - Elemente gehen per Schiff nach Übersee Von unserem Mitarbeiter FRITZ-PETER LINDEN HALLSCHLAG-SCHEID. Ein Stück Westwall geht nach Texas: In der Nähe von Hallschlag-Scheid (Kreis Daun) hat ein US-Amerikaner 14 Meter Höckerlinie gekauft. Die "Drachenzähne" will er in seinem Privatmuseum bei Dallas aufstellen. Frei gebaggert und zersägt: Der Westwall-Abschnitt zwischen Hallschlag und Losheim, der nach Texas transportiert werden soll.Foto: Fritz-Peter Linden "So etwas ist bei uns noch nicht vorgekommen", sagt Manfred Klein von der Baufirma Balter in Losheim (Nordrhein-Westfalen). Sein Auftrag: 14 mal zwölf Meter Westwall auf rheinland-pfälzischer Seite frei baggern, in Stücke schneiden und nach Amerika transportieren, um sie dort wieder aufzustellen. Klein betreut das Westwall-Projekt und wird dafür im Frühling sogar nach Dallas reisen. "Ich betreibe ja sonst auch für die US-Armee privat Vermisstenforschung", berichtet er. "Aber so weit bin ich bisher noch nicht gekommen. Das ist natürlich ein angenehmer Nebeneffekt." Harlan Crow heißt Kleins Auftraggeber. Und der ist nicht nur wohlhabend, sondern offenbar auch geschichtsbewusst: Bei einer Reise zu europäischen Kriegsgräbern im vergangenen Jahr sei ihm die Idee gekommen, die Drachenzähne zu erwerben und in seinem privaten Museum wieder aufzubauen, wie Klein berichtet. Nebenbei nimmt der Texaner aus Belgien noch einen Artillerie-Beobachtungsstand mit. Ein Saddam Hussein und mehrere Stalin-Figuren stehen bereits in Dallas. "Das Ganze beruhte eigentlich auf einem Irrtum des Amerikaners", erzählt Horst Weber vom Bundesvermögensamt in Trier, dem Besitzer der Beton-Immobilie. "Der war der festen Überzeugung, dass man die Höcker einfach aus der Erde ziehen kann." Dann kam die unterirdische Überraschung: Die Westwall-Zähne sind bekanntlich durch einen Beton-Unterbau miteinander verbunden, was die geplante Aktion selbstverständlich immens verteuerte. Die Firma Balter bot dem Texaner sogar an, die Höcker vor Ort nachzugießen. "Das wäre drüben wesentlich einfacher gewesen", sagt Manfred Klein. "Aber er wollte das Originalstück haben." Finanziell nicht viel zu holen Zu den Kosten will sich keiner der Beteiligten äußern. Das Vermögensamt hat jedenfalls nur eine symbolische Summe erhalten, die Rede ist von einer Zahl im oberen dreistelligen Bereich: "Den Haushalt von Herrn Eichel retten wir damit nicht", sagt Norbert Kraff, Sachgebietsleiter bei der Trierer Behörde. Rechtlich ist die Angelegenheit übrigens kein Problem. Kraff: "Dieser Teil des Westwalls steht nicht im Denkmal-Kataster. In NRW ist man da rigoroser. Die lassen überhaupt nichts zu." Sobald das Wetter sich bessert, sollen die Elemente abtransportiert werden. Zwei davon werden indessen in Europa bleiben: Crow stellt sie den Militär-Museen in Diekirch/Luxemburg und im belgischen Elsenborn zur Verfügung. Die anderen Teile werden dann zunächst per Tieflader nach Bremerhaven gefahren, nach Galveston/Texas verschifft und anschließend wieder auf dem Landweg zum Zielort Dallas gebracht. "Ich hoffe, dass das schnell zu Ende geht und wieder Ruhe einkehrt", sagt Willi Heinzius, Ortsbürgermeister in Scheid. Die Sache mit dem Amerikaner hat Wellen geschlagen an der Oberen Kyll. Dennoch ist auch die Gemeinde zufrieden: Dank der Westwall-Lücke können nämlich zwei landwirtschaftliche Grundstücke in Zukunft einfacher bewirtschaftet werden. Kurios? Auf jeden Fall. Aber auch verrückt? Horst Weber hat darauf eine klare Antwort: "Wenn es solche Leute nicht gäbe, dann wäre die Menschheit schon vor 1,5 Millionen Jahren ausgestorben." © Intrinet 2003. Alle Rechte vorbehalten."

 

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